Abstrakt - Menschen mit innovativen Tracks überraschen.

1. Wie bist Du zur Musik gekommen?

Als ich noch ein kleiner Junge war, waren mein Vater und mein großer Bruder bereits passionierte Musiker, weshalb in unserem Keller ein Schlagzeug stand. Neugierig wie ich war, zögerte ich nicht lange und habe drauflosgehauen. Anfangs klang es eher nach Lärm als nach Musik. Doch es entwickelte sich zu einer großen Leidenschaft, sodass ich das Vinzentinum, eine Mittelschule mit Schwerpunkt Musik, besucht habe. Mit elektronischer Musik kam ich das erste Mal in Kontakt, als mir meine Eltern einen Mac kauften und ich Garageband darauf fand. Ich verstand das Prinzip sofort und fand sofort Gefallen an der Produktion eigener Tracks und träumte davon eines Tages auf einer großen Bühne zu stehen und meine eigene Musik zu spielen. Als ein guter Freund sich seine eigenen Plattenspieler kaufte und bereits erste Auftritte verzeichnen konnte, zögerte ich nicht lange und begleitete ihn bei seinen Shows. Oft erhielt ich die Chance ein paar Minuten zu spielen, bevor der Club seine Türen öffnete und konnte so den Chef überzeugen, mich für einige Abende als DJ zu buchen. Meine Musik gefiel den Leuten und ich erhielt im Laufe der Zeit immer wieder Anfragen von Clubs und Festivals in ganz Südtirol.
 
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2. Wie hast Du zu Deinem Genre gefunden? Wie würdest Du Dich als Künstler beschreiben?

In den 5 Jahren, vor meinem ersten Auftritt als Abstrakt, war ich Teil zwei anderer DJ Duos und hatte bereits mehr als 100 Auftritte und die Veröffentlichung einiger Elektro-House Tracks hinter mir. Wie es sich für einen Jugendlichen gehört, war am Wochenende immer unterwegs – sei es als DJ, als auch als Gast in Discos, auf Partys und Festivals. Ich bemerkte, wie mich dieselben 50-100 Songs, die wir hörten, spielten und produziert hatten zunehmend langweilten. Das ging so weit, dass ich mich irgendwann von meinen DJ-Kollegen trennen musste. Nach einem Jahr Pause, in dem ich viele aufstrebender Künstler entdeckte und zahlreiche Stunden mit neuen Sounds und Genres experimentierte, entstand Abstrakt. Mein Ziel war es von nun an, die Menschen mit neuen, innovativen Tracks zu überraschen, die kein anderer Artist spielt oder produziert. Deshalb kann und möchte ich mich keinem genauen Genre zuordnen.

3. Wie hast Du 2020, das Lockdown-Jahr, rumgebracht?

Corona hat mich selbst auf eine sehr harte Prüfung gestellt, aber dafür gut entlohnt. Anfangs war ich „froh“ endlich mal Zeit zu haben, an neuen Tracks zu arbeiten, hatte gleichzeitig aber auch jede Menge Druck. Ich veröffentlichte schnell 3 neue Tracks, war aber unzufrieden mit dem Style der Produktionen. Ich sagte zu mir selbst Dinge wie „schon wieder so ein 0815 Track“, „der Track ist wieder nicht gut genug“ oder „jetzt musst du endlich mal was reißen“. Dazu kam, dass mich meine Erfolge in den Jahren zuvor, so sehr stressten, etwas Größeres zu erreichen, sodass ich die Freude an der Musik verlor. Hin und wieder knallte ich mich mal vor den Computer, konnte jedoch aufgrund meiner Selbstkritik und mangelndem Selbstvertrauen kaum etwas fertig stellen und klappte den Laptop wieder mal enttäuschend zu. Ich wusste, dass ich es mit einer Einstellung wie dieser, in der Musikbranche nicht weit bringen würde und musste eine Auszeit nehmen, damit ich meine Zukunft, Pläne und Vorgehensweise überdenken konnte.

Gegen Ende des Jahres verstand ich endlich, wo ich genau stand, welche musikalische Richtung ich einschlagen wollte und was ich die Jahre zuvor falsch gemacht hatte: Ich wollte zu viel auf einmal und vergas, dass der Weg das Ziel ist. Ich musste lernen, den Prozess zu lieben, mich weniger mit anderen Artists zu vergleichen und nur mehr Tracks zu produzieren, die mir gefallen. Ich hatte zu viel Zeit damit verschwendet es den Leuten recht zu machen und vergas mich selbst und den Grund, warum ich Abstrakt erschaffen hatte: Menschen mit neuen, innovativen Tracks zu überraschen.

Die Experimentierfreude, die ich so lange vermisste, war wieder da und mit meinen beiden neuen Tracks Before You Go und 1994, habe ich genau die Richtung eingeschlagen, die ich fortan gehen möchte.

4. Der Titel deines neuen Tracks lautet 1994. Was hat es damit auf sich?

1994 ist das Jahr in dem ich geboren bin. Mit dem Titel wollte ich etwas aussagen wie „1994: Aus dem Holz bin ich geschnitzt; das bin ich; das ist meine Musik“

5. Wie sieht dein Prozess aus, wenn es darum geht, die perfekten Sounds für deine Musik zu kreieren?

Normalerweise mache ich alle Sounds einfach aus dem Moment heraus. Manche Leute haben eine sehr durchdachte, wissenschaftliche Methode des Sound-Designs, aber ich mache es einfach nach Gehör, kreiere und  importiere alle Arten von Sounds und sehe, wohin es mich führt.

6. Worauf können wir uns freuen? Was steht bei Dir an? Ziele?

Das einzige Ziel, das ich für heuer habe, ist so viel Musik wie möglich zu veröffentlichen. Für den Sommer habe ich einen besonderen Track, der auf unserem Label KARDO Records erscheint. Außerdem arbeite ich momentan mit 3 extrem talentierten Artists zusammen und habe noch einige weitere Tracks die ich dieses Jahr noch raushauen werde.

7. Wie kam es zu KARDO Records?

2019 sprach ich das erste Mal mit Karim MC und Stefan von Subsurface über die Idee ein eigenes Label zu gründen. Wir hatten uns kurzerhand entschlossen die Sache durchzuziehen, klärten alles Rechtliche, teilten die Aufgabenbereiche auf und vervollständigten unser Team mit Oliver Santoni (Visuals, 3D), Jakob Puff (Video), Julian Geiser (Video), Philip Haselrieder aka Why Not (Marketing) und Damian Chizzali (Marketing). Mit KARDO Records wollten wir DJs und Produzenten aus Südtirol und der ganzen Welt unterstützen, damit ihre Musik da draußen Gehör findet und sie ihrem Traum einen Schritt näherkommen.

Bis heute konnten wir mehr als 3,5 Millionen Streams aus aller Welt verzeichnen.

8. Last but not least: Worauf freust Du Dich am meisten, sobald COVID endgültig überwunden ist?

Auf das Lächeln meiner Familie, Freunde und Branchenkollegen ohne Maske im Gesicht. Viele Kollegen in der Musikszene hat es sehr hart getroffen und ich freue mich auf den Tag, an dem alle wieder normal und sorglos arbeiten können.

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Hannes Lösch
Hannes Lösch
5 Monate zuvor

Absolut der Beste in Südtirol … wenn nicht Italien 🙂

Thomas Dib 2003
Thomas Dib 2003
5 Monate zuvor

Always TOP … keep rocking

Christian Nagler
Christian Nagler
5 Monate zuvor

Hut ab! Songs immer mega stark!!

Jakob Puff
Jakob Puff
5 Monate zuvor

Bravo Dominik🙌🏻 Bright future ahead!

Stefan Subsurface
Stefan Subsurface
5 Monate zuvor

proud of u 🤍

Julian Geiser
Julian Geiser
5 Monate zuvor

mega!!

Why Not
Why Not
5 Monate zuvor

mega!!

Sotschi
Sotschi
5 Monate zuvor

Most creative dude in Southtyrol!